Küsten 2021 – Gesellschaftliche Relevanz von Umweltveränderungen als Herausforderung für die Deutsche Küstenforschung

Küsten 2021 – Gesellschaftliche Relevanz von Umweltveränderungen als Herausforderung für die Deutsche Küstenforschung

Küsten 2021 – Gesellschaftliche Relevanz von Umweltveränderungen als Herausforderung für die Deutsche Küstenforschung. Unter diesem Titel veranstaltete der NWVM (Nordwest-Verbund Meeresforschung e.V.) vom 14. bis zum 16. November 2011 einen interdisziplinären Workshop. Über siebzig Fachleute aus Forschung und Verwaltung diskutierten in fünf Themenblöcken Aktionspunkte der Küstenforschung der kommenden zehn Jahre.

 

Die Küste ist ein Hot-Spot des globalen Wandels. Darüber waren sich alle in der inspirierenden Umgebung des Hanse-Wissenschaftskollegs einig. Zwischen Land und Meer finden sich weltweit die höchsten Bevölkerungsdichten, die intensivsten Nutzungen und die deutlichsten Umweltveränderungen.

Auch auf die deutschen Küstenzonen nimmt der Nutzungsdruck stetig zu. Der Ausbau von Häfen und die damit einhergehenden Flussvertiefungen, der Wandel des Klimas und der Meeresspiegelanstieg, Offshore-Windparks und Weltnaturerbe: die Notwendigkeit für ein integriertes Management der Küsten ist offensichtlich. Im Spannungsfeld von globalisierten Handel und lokalen Auswirkungen des Klimawandels ist Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit erklärtes Ziel einschlägiger Richtlinien.

Deutliche Umweltveränderungen und zunehmender Nutzungsdruck betreffen das Wohlfühl- und Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung, und haben somit unmittelbaren Folgen für die Gesellschaft. Beobachtung, Analyse und Bewertung der Veränderungen in den Küstengebieten und deren kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen sind somit eine der zentralen gemeinsamen Aufgaben der Küstenforschung in Deutschland für die kommende Dekade.

In Zukunft noch intensiver in gemeinsamen Arbeitsgruppen und an konkreten Themen Disziplinen und Institutionen übergreifend zusammen zu arbeiten, ist einer der wesentlicher Action-Points des Workshops Küsten 2021. Eine noch engere Kooperation von Forschungseinrichtungen und zuständigen Behörden vor Ort erscheint den Teilnehmerinnen und -teilnehmern unerlässlich.

Der Workshop hat Wissenschaft und Verwaltung eine offene und sehr konstruktive Diskussionsplattform geboten. In einem weiten Spektrum konnten die wissenschaftlichen, fachlichen und auch gesellschaftlichen Herausforderungen der Entwicklung der Deutschen Bucht erörtert werden. Die Themen reichten von morpho- und hydrodynamischen Eigenschaften der Küsten über die Mechanismen der Biodiversität insbesondere der Watten bis hin zu Nähr- und Schadstoffen in den Küstengewässern. Diskutiert wurden dabei auch die konkreten methodischen Bedürfnisse des Umweltmanagements. Anhaltend wichtig erscheinen zudem moderne Infrastrukturen für den Austausch der meistenteils verteilt vorliegenden Daten aus Forschung und Monitoring  – und verlässlich gepflegte Metadaten. Besonders intensiv wurde das Wechselspiel Küste und Gesellschaft erörtert. Dem Thema Küstenforschung wurde eine äußerst hohe gesellschaftliche Relevanz attestiert.

Das Organisationsteam um Karen Wiltshire vom Alfred-Wegener-Institut auf Helgoland, Hildegard Westphal vom Zentrum für Marine Tropenökologie in Bremen und Dietmar Kraft vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres am Standort Wilhelmshaven sind bemüht die vielgestaltigen Ergebnisse des Treffens baldmöglichst zu dokumentieren und zu einer Broschüre mit Action-Points der Küstenforschung bis 2021 zu verdichten. Über die Webseite des Nordwest-Verbundes www.nwv-meeresforschung.de werden in Kürze weitere Informationen verlinkt. Bereits für Frühjahr 2012 ist ein weiterer Workshop in Vorbereitung, der den Themen der Ressortforschung breiten Raum geben wird.

Der Nordwest-Verbund Meeresforschung e. V. ist ein Zusammenschluss von Meeresforschungseinrichtungen in den Ländern Bremen und Niedersachsen. Der NWVM versteht sich dabei – in enger Kooperation mit dem Konsortium Deutsche Meeresforschung KDM – als offene Plattform, die Forscherinnen und Forscher im Nordwesten national, europaweit wie international vernetzt, den Wissenstransfer unterstützt und einen zentralen Ansprechpartner für Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit in der Region darstellt.