Habitatklassifikation in der eulitoralen Übergangszone

….. mit Hilfe von hydroakustischen und luftgestützten Fernerkundungsmethoden insbesondere der Laservermessung zur Erfassung der Oberflächenrauhigkeit auf verschiedenen Skalen

Koordinator: Alexander Bartholomä (SaM)

Habitate im Küstenraum sind in ihrer Ausbildung von einer Vielzahl von Parametern abhängig. Abiotische und biotische Parameter steuern die räumliche Ausbildung und zeitliche Entwicklung der einzelnen Habitate. Die Veränderung findet sowohl saisonal und ereignisgekoppelt als auch langfristig statt. Die Prognosequalität solcher Veränderungen insbesondere für die Bewertung der Ökosysteme im Bereich der küstennahen Gebiete wie Inselvorfelder, Wattensysteme und Ästuare hängt von der Dichte der Daten und der Häufigkeit ihrer Erfassung ab.

Hier bieten die verschiedenen Ansätze in der modernen Fernerkundung eine Vielzahl von Möglichkeiten. Während im Sublitoral immer mehr hydroakustische Methoden eingesetzt werden, sind es im Eulitoral vor allem die Radar-, Luftbild- und Satellitenbildfernerkundung. Besondere Herausforderungen stellen für beide Sparten der Fernerkundung zum einen die „Land-Meer“-Übergangzone der Flachwasserbereiche mit bis zu wenigen Metern Wassertiefe wie das untere Eulitoral der Watten und zum anderen die skalenabhängige Auflösung dar. Ein besonderes Problem stellt hierbei die Qualitätskontrolle dar, da die Datengewinnung häufig zeitlich deutlich versetzt geschieht und so bereits registrierte Unterschiede ihre Ursache in Messfehlern oder eben bereits in deutlich erkennbare Veränderungen im Gelände haben können. Aufgrund fehlender Referenzpunkte ist eine Kalibrierung nur unzureichend durchzuführen. Dies gilt insbesondere für die kleinerskaligen Rauheiten von juvenilen Muschelbankstadien und kleinen Sohlformen.

Ziel dieses integrativen Projektes ist die koordinierte, zeitgleiche Messung unter der Berücksichtigung der multisensoriellen Fernerkundung auf verschiedenen Skalen. Im Vordergrund stehen dabei Drohnen und Flugzeug gestützte Messungen (Laserscanning), die durch Satellit und seeseitige (hydroakustische) Messungen sowie hochaufgelöste RTK-Bodengeoreferenzierung ergänzt werden. Die Ergebnisse werden unmittelbar auf ihren Mehrwert und die Umsetzbarkeit in Routinemessung im Rahmen des Habitatmonitorings (MSRL Ind. D6) gemeinsam mit den verantwortlichen Behörden überprüft.