Projektübergreifende Messkampagnen und Weiterentwickling Fernerkundung

Koordinatoren: Christian Hass, Finn Mielck (AWI), Alexander Bartholomä (SaM)

Im Rahmen des Teilprojektes 1.1 wurden ausgewiesene Arbeitsgebiete in der Küstenzone der Deutschen Bucht untersucht. Die ausschließlich im Sublitoral liegenden Untersuchungsgebiete wurden mittels verschiedener hydroakustischer Messverfahren hinsichtlich ihrer morphologischen und sedimentologischen Eigenschaften untersucht. Im Rahmen dieser vergleichenden Untersuchungen kamen diverse  Seitensichtsonare, Einstrahllote/Meeresbodenklassifikationssysteme (AGDS) sowie Fächerecholote mit unterschiedlichen Arbeitsfrequenzen zum Einsatz. Die Validierung der akustischen Daten erfolgte über Sedimentproben und Unterwasservideos. In halbjährlichen bis jährlichen Abständen wiederholt durchgeführte Messfahrten gaben Aufschluss über räumlich-zeitliche Stabilität der Sedimente und der Morphologie innerhalb einer Reihe ausgewählter Arbeitsgebiete. Anhand dieser Untersuchungen wurde und wird
derzeit an spezifischen Empfehlungen zur Kartierung und  Qualitätssicherung der Methoden und ihrer Umsetzung in Monitoringkonzepten gearbeitet. Diese beinhalten neben Richtlinien zur Transektplanung auch Informationen zum Leistungsbereich und Systemmerkmale im Hinblick auf Prozessierung und Interpretation der Daten. Die als ein Ergebnis des Verbundprojektes WIMO  erstellten akustischen Kataloge beinhalten ein Inventar aus geomorphologischen, sedimentologischen und benthischen Charakteristika der Meeresböden.

Die Sohlformen als ein wesentliches geomorphologisches Element und Indikator für Seebodendynamik stehen dabei im Fokus der hydroakustischen Untersuchungen. Ihre zeitliche Auflösung einerseits und ihre Darstellung innerhalb der verschiedenen
Messmethoden andererseits ist bedeutend für die Rauheit des akustischen Signal der AGDS im Verhältnis zum Footprint, der Wassetiefe und der Sediment bedingten Rauheit des Meeresbodens.

Für die finale Projektphase sind daher gezielte Kurz-Zeitserien-Messungen im Gebiet List/Ost und der Jaderinne geplant, in denen systematisch die Effekte der hohen Morphodynamik der Sohlformen auf die Akustik vertiefend untersucht werden.
Zu den bereits erfolgten Untersuchungen in den Arbeitsgebieten List/Ost wurden bereits die flut- bzw. ebbdominierten Sohlformen untersucht, die ein Indiz für starke Sedimentumlagerungsprozesse darstellen. Im Herbst/Winter 2013/2014 fand im benachbarten Strandabschnitt eine  großangelegte Sandvorspülung statt.  Stichprobenartig erfolgte Messungen zeigten, dass dieser künstlich
herbeigeführte Sedimenteintrag großen Einfluss auf das Untersuchungsgebiet im Sublitoral hatte. Eine in kurzen Abständen durchzuführende Messkampagne wird demnach viele Erkenntnisse über die nun veränderten Rahmenbedingungen bringen.
Das gilt insbesondere in Bezug auf den Einfluss starker Sturmereignisse.