Messkampagnen Epifauna/Hydroakustik Helgoländer Steingrund

Koordinatorin: Ingrid Kröncke (SaM)

Sandbänke mit Steingründen wie Borkum Riffgrund, Amrum Bank und der Helgoländer Steingrund sind freiliegende Endmoränenzüge am Meeresboden und gehören zu den seltenen und räumlich sehr begrenzten Habitaten in der Deutschen Bucht. Diese Habitate zeichnen sich insbesondere in Bezug auf die benthische Epifauna durch einen hohen Artenreichtum aus. Sie bieten Arten Schutz, sowie geeignete Laich- und Brutplätze und gelten daher als bedeutender Trittstein für die Ausbreitung von Arten in der südlichen Nordsee (inkl. gebietsfremder Arten). Aufgrund ihrer ökologischen Bedeutung sind diese Habitate besonders schützenswert und bereits ausgewiesene Schutzgebiete im Rahmen der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH Gebiet Borkum Riffgrund und Amrum Bank).
Das Monitoring von Steingründen ist aufgrund ihrer Bodenbeschaffenheit vergleichsweise schwierig. Klassische Probennahmen mit Greifer und schleppendem Gerät sind bei felsigem Substrat problematisch bzw. unmöglich und eine minimalinvasive Probennahme ist nur durch Taucher oder visuelle Methoden (UW Foto/Kamera) möglich. Die Hydroakustik gilt als eine vielversprechende Methode für das großflächige Monitoring solcher Gebiete. Ohne eine entsprechende „Ground Truth“ ist eine Klassifizierung von Sediment- und Habitattypen aber auch bei Einsatz von hydroakustischen Methoden unmöglich. Das Erheben von „Ground-Truth“-Daten in Steingründen ist nur durch visuelle Methoden (UW Foto/Kamera) möglich, die eine hohe benthologische Expertise bei der Bestimmung der Tiere mittels Foto- oder Filmaufnahmen voraussetzt.

In 2015 wurden zwei videogestützte Feldkampagnen im Helgoländer Steingrund durchgeführt, der sich durch einen vergleichsweise hohen Anteil an felsigem Substrat auszeichnet. Die Gebiete des Helgoländer Steingrundes mit besonders auffälligen hydroakustischen Signalen sollen auf den Expeditionen intensiv mit Hilfe von UW Kamerasystemen beprobt und gis-gestützt ausgewertet werden. Die Ergebnisse sollen in den WIMO Katalog Monitoringkonzepte eingebracht werden und damit die existierende Lücke für das Monitoring steiniger Habitate schließen.