Einfluss der Küstenübergangszone auf den Eutrophierungsgrad im Wattenmeer

Koordinatoren: Jöran März (MARUM), Christian Winter (MARUM), Justus van Beusekom (HZG), Kai Wirtz (HZG)

Regionale Unterschiede von Nährstoffkonzentrationen in den niederländischen und deutschen Wattenmeergebieten haben im Zuge der Implementierung der europäischen Meeresschutzrahmenrichtlinie (MSRL) zunehmend Aufmerksamkeit erfahren. Bislang existieren unterschiedliche Ansätze, um diese regionalen Unterschiede zu erklären. Einer davon geht von einem komplexen Zusammenspiel von hydrodynamischen und biologischen Faktoren auf den Schwebstoff- und damit partikelgebundenen Nährstofftransport aus: im Küstenvorfeld kann es zu einer mehr oder weniger starken Ausprägung einer Übergangszone kommen, in der verstärkt Aggregation und Sedimentation von Schwebstoffen stattfindet und damit partikelgebundene Nährstoffe in residuale, bodennahe küstenwärtige Strömung einbringt.

Im Zuge des Projektes 2.2 wurde ein konzeptionelles Modell entwickelt, in dem neben Partikelgröße auch andere Aggregatcharakteristika eine wesentliche Rolle für die erhöhten Sinkgeschwindigkeiten in der Übergangszone im Küstenvorfeld verantwortlich sind. Aufgrund dessen wird in dem integrativen Projekt der Frage nachgegangen, inwieweit namentlich die veränderliche Struktur von Schwebstoffaggregaten Einfluß auf die Größendynamik und damit schließlich auch auf Sinkgeschwindigkeiten hat. Dies soll beispielhaft anhand eines im Küstenbereich gewonnenen Datensatzes mithilfe eines mathematischen Modells analysiert werden. Mithilfe des modellbasierten Ansatzes kann der Einfluß der Struktur auf Größen- und Sedimentationsdynamik besser verstanden werden.